Hundertwasser Friedensreich

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Friedensreich Hundertwasser zählt zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine farbenprächtigen Bilder sind einem breiten Publikum vertraut, doch wenige wissen um seine sonstigen Aktivitäten. Hundertwasser strebte sein ganzes Leben nach einer Einheit von Kunst und Leben. Er war nicht nur Maler und Architekt, sondern auch Philosoph und Ökologe. In seiner ganzheitlichen Denkweise setzte er sich für ein Leben im Einklang mit der Natur und für eine humanere Welt ein. Zunächst vertrat er seine Ansichten mittels Manifesten, Essays und Demonstrationen. Er verfasste Manifeste gegen die Kernenergie, für den Erhalt des Regenwaldes und für die Rettung der Meere. Um seine Aussagen zu unterstreichen, entwarf er entsprechende Plakate. Sein erklärtes Ziel war eine natur- und menschengerechtere Architektur zu schaffen und tatsächlich riefen seine realisierten Architekturprojekte eine internationale Architekturdiskussion hervor.
Man könnte Hundertwasser als Vorläufer der Grünen-Bewegung bezeichnen, denn schon früh galt sein Engagement der Erhaltung unseres natürlichen Lebensraums. Bereits mit seinem ersten Geld erwarb er einen Bauernhof in der Normandie, dann ein Grundstück in einem kaum besiedelten Gebiet in Niederösterreich und in den 70er Jahren begann er, Grund in Neuseeland aufzukaufen. Hier lebte er seinen Traum vom Leben und Arbeiten mit und in der Natur und schaffte es mittels Sonnenkollektoren, Wasserrad und Pflanzenkläranlage dort nahezu autark zu leben.

1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren
Ab 1950 Reisen nach Italien, Frankreich, Nordafrika
1952 Erste Ausstellung in Wien
1953 Erste Ausstellung in Paris
1968-72 Umbau des Schiffes „Regentag“
1975 Überquert mit der „Regentag“ den Atlantik, segelt über die Karibik und den Panama-Kanal in den Pazifik
1993 Einsatz gegen den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union
1997 Architekturprojekt „Waldspirale“ in Darmstadt
2000 gestorben an Bord der Queen Elizabeth II. im Pazifik
Beisetzung in Neuseeland unter einem Tulpenbaum auf seinem eigenen Land